Internationale Kulturfabrik Kampnagel & Klosterschule

„UNDER CONSTRUCTION“

Im TuSch-LABOR,
das sich jeden Montag in der Mittagspause trifft, haben wir uns zuletzt einem Thema gewidmet, das eigentlich naheliegend ist, aber im Schulalltag oft zu kurz kommt: Was kann ich eigentlich gut, und was davon könnte ich weitergeben? Die Idee dahinter ist ein Lernen, das nicht von oben nach unten, sondern voneinander geschehen kann. Denn im ganzen Leistungsdruck verliert man manchmal aus dem Blick, was man jenseits vom üblichen Lernstoff schon kann. Daraus entstand die Frage: Wenn ich einen Workshop für meine Schulgemeinschaft geben müsste, welcher wäre das? Dabei haben sich kleinere Gruppen zusammengetan und angefangen, Ideen weiterzudenken. Eine Gruppe hat einen Workshop rund um ein jahrgangsübergreifendes Fußball-Angebot in den Pausen geplant – von Schüler*innen für Schüler*innen. Eine andere hat sich einem Emotionsworkshop gewidmet: Wie schafft man gemeinsam einen Raum, in dem man konkreten Emotionen wie Trauer oder Wut begegnen kann? Gerade erkunden wir, welche Mittel, Räume und Formen sich für die praktische Umsetzung am besten eignen könnten.
(Musa Kohlschmidt)

„HAFENFRONTEN“ – ein künstlerisches, postkoloniales Forschungs-Projekt zum Baakenhafen

Vom Petersenkai des Baakenhafens wurden von 1904-1907 durch die Hamburger Reederei Woehrmann ca. 30000 Soldaten in das heutige Tansania transportiert, die dort den Völkermord an den Herero und Nama verübten.
„Unsere Performance forderte ein, was der Schwere dieses geschichtlichen Ereignisses gerecht wird: Ein angemessenes öffentliches Gedenken. Besonders jetzt, wo die neue Oper die Geschichte weiter zu überbauen droht. Es braucht jetzt ein Schuld-Eingeständnis, das am Baakenhafen sichtbar werden sollte, was das „Blut“ auf dem weißen Leinentuch, das wir vor der Kaimauer gegen die Abendsonne aufgespannt hatten, symbolisiert.
Die Audiowalk-Performance war eine Art bewegtes Mahnmal, um die Leerstelle der Kolonialgeschichte am Baakenhafen sichtbar und hörbar zu machen und daran zu erinnern, wie schnell ein kritisches Bewusstsein zur eigenen Geschichte verloren gehen kann, wenn man nicht darauf aufmerksam macht.“   (Martha 11c)