Die Theaterarbeiten des Kollektivs She She Pop, die außerhalb hierarchischer Strukturen entstehen und das Publikum bewusst als Mitakteur einbeziehen, zählen zu den originellsten im Gegenwartstheater. Anlässlich ihres Jubiläums setzen sich She She Pop »geist- und gefühlvoll, anrührend und anspielungsreich« (NZZ) mit Fragen auseinander, die ihre Arbeit von Beginn an begleitet haben, z. B.: Wie funktioniert die Beziehung zwischen Publikum und Performern? Wie arbeitet man künstlerisch im Kollektiv? Was bedeutet das Eigene im autobiographischen Material? Diese erste Publikation von und über She She Pop dokumentiert die Vorträge im Rahmen der 7. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik und enthält ausgewählte Textdokumente und Abbildungen.

Alexander Verlag Berlin 2018, 152 S., 16 EURO

 

von Theresa Sperling (Hg.)

Slam Poetry – erspielbare Emotionen – relevante, attraktive und schülernahe Themen! Die 39 von Theresa Sperling gesammelten Texte unterschiedlichen Abstraktionsniveaus eröffnen Schul- und Jugendtheatergruppen erstmalig die Möglichkeit, Poetry Slams als abgeschlossene Minidramen zu inszenieren. Slamtexte sind für die Bühne geschrieben. Sie zeichnen sich durch performative Kraft, prägnante Kürze, sprachliche Dichte und inhaltliche Abgeschlossenheit aus. Zehntklässler, die sich zum ersten Mal mit performativen Darstellungsformen befassen, werden in dieser breitgefächerten Anthologie ebenso fündig wie theatererprobte Abiturient:innen  oder semiprofessionelle Jungdarsteller:innen.

Deutscher Theaterverlag 2019, 184 S., 16,80 EURO

von Thomas Maagh (Hg.)

Von Ängsten ist derzeit viel die Rede: von Angst vor gesellschaftlichen oder privaten Veränderungen. Ängste gehen einher mit Entwicklungen, die unabsehbar und unkontrollierbar erscheinen. Gerade auch für Kinder sind sie daher ein zentrales Thema. Denn Heranwachsende sehen sich im Alltag ständig mit neuen Situationen konfrontiert – mit Dingen, die ihnen noch unbekannt sind, oder mit vermeintlichen Gewissheiten, die sich plötzlich in Nichts auflösen können. Ängste entspringen einem Spiel der Phantasie, das sich ausmalt, »was passieren könnte, wenn«. Umgekehrt begegnen Kinder Ängsten aber ihrerseits auf spielerisch-phantasievolle Weise. Beides zusammengenommen lässt das Theater als geradezu prädestinierten Ort erscheinen, um sich mit Ängsten auseinanderzusetzen. Nicht umsonst wird auch in Angsttherapien mit Spiel-im-Spiel-Situationen gearbeitet. Der neue SPIELPLATZ-Band versammelt fünf Theaterstücke für Kinder und Jugendliche, die sich dem Thema »Angst« widmen. In MÄRCHEN VON EINEM, DER AUSZOG DAS FÜRCHTEN ZU LERNEN hat Charles Copenhaver das berühmte Grimm-Märchen für die Bühne bearbeitet. Ein Machtspiel mit der Angst unter Kindern zeigt Zoran Drvenkar in DU HAST DOCH KEINE ANGST, ODER? Als harmlose Gutenachtgeschichte kommt NACHTGEKNISTER von Mike Kenny daher, ehe sich das Stück für seine Figuren und sein Publikum in eine poetische Geisterbahn verwandelt. An Jugendliche richtet sich Wajdi Mouawads IM HERZEN TICKT EINE BOMBE, der Monolog eines Jungen, der, ausgelöst durch den bevorstehenden Tod der Mutter, nochmals Kindheitsängste durchlebt. Um den ersten Abend zuhause ohne Eltern schließlich geht es in Ingeborg von Zadows »Theaterstück mit Musik« NAOMI UND DIE NACHT.

Verlag der Autoren 2018, 220 S., 15 EURO