Ernst Deutsch Theater & Stadtteilschule Altona
Das Thema des Werkstatttreffens am 19. Mai hätte nicht passender sein können: Im Kunstraum der Stadtteilschule Helmuth-Hübener lagen Holzschienen, Plastikzüge und Papierproviant bereit. Mithilfe dieser Materialien konnten dann die nächsten (Bahn)Stationen auf der gemeinsamen künstlerischen Reise der Stadtteilschule Altona und des Ernst Deutsch Theaters „gebrainstormed“ werden.
Zusammen mit dem Schwerpunkt „Spielräume“, welcher am kommenden TUSCH-Tag vertieft wird, schlägt die thematische Rahmung gleich auf mehreren Ebenen in unsere kommende Projektkerbe.
Zwei Klassen der Stufe Zwölf beschäftigen sich schon seit einigen Monaten mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des ehemaligen Altonaer Güterbahnhofs, der heutzutage zum Stadtraum „Neue Mitte Altona“ – und damit auch zum Schulraum der Schüler*innen – gehört.
Dabei stehen Fragen rund um das Erinnern im Mittelpunkt. Während der NS-Zeit gingen zahlreiche Deportationen von dem Ort aus. Wie kann die Gegend als Nachbarschafts-, Schul- und Naturraum erlebt und gestaltet werden, sodass Spuren der Vergangenheit nicht verwischt, sondern aktiv sichtbar gemacht werden?
Unsere nächste (Bahn)Station ist also schon ganz real verortet. Die performative Reise findet dabei nicht mit dem Zug statt, die Fortbewegung bleibt dennoch Form und Mittel.
Im Rahmen von ALTONA MACHT AUF! werden am 15. und 17. Juni nämlich Spaziergänge, begleitet von Theaterregisseur Gero Vierhuff, durch den Stadtteil stattfinden. Dabei wird immer wieder Halt gemacht. Eine dieser Haltestellen bespielen die Schüler*innen. Sie übersetzen ihre Ortsrecherche dort in einen prägnanten theatralen Ausdruck.
Performative Spielräume und philosophische Bahnstationen werden hierbei also fast schon wörtlich genommen…
Fotounterschrift: Tragegerüst eines ehemaligen Lokschuppens des Güterbahnhofs Altona, heute beherbergt es einen Spielplatz und ist optisch verwachsen mit dem angrenzenden Schulgebäude. Dahinter der Quartierspark, Spielraum der Schüler*innen bei ALTONA MACHT AUF!
Foto: Christopher Baum

