Deutsches Schauspielhaus & STS Lurup
Die Kooperation zwischen dem Deutschen Schauspielhaus und der Stadtteilschule Lurup nimmt spürbar Fahrt auf – und bringt Bewegung in gewohnte Räume und Denkweisen. Schon beim Auftakt-Workshop wurde deutlich, wie viel kreatives Potenzial in der Schule selbst steckt: Gemeinsam mit Schüler:innen und Kolleg:innen wurden Klassenzimmer, die Mensa und sogar die Balkone kurzerhand in Bühnen verwandelt. Nach einer spielerischen Umgestaltung entwickelten die Teilnehmenden kleine Performances – und erlebten ihre Schule plötzlich als einen Ort voller neuer Möglichkeiten.
Auch außerhalb der Schule gab es inspirierende Impulse: Beim Kollegiumsausflug ins Schauspielhaus tauchten einige Lehrkräfte in die Inszenierung „Vampires Mountain“ ein. Die ungewohnte Ästhetik sorgte für Gesprächsstoff – und für einen anregenden Austausch über Theater, Wirkung und Perspektiven. Zwei Theaterkurse der 11. Klasse besuchten zudem die „Backstage“-Inszenierung „So lange nur mein Herz brennt“ (Leitung: Michael Müller). Die Produktion, die sich mit queeren Identitäten auseinandersetzt, bot den Schüler:innen einen intensiven Zugang zu Themen von Selbstfindung und Zugehörigkeit. Die Aufführung wurde so zum Ausgangspunkt für Gespräche, Fragen und neue Perspektiven – und zeigte, wie Theater gesellschaftliche Themen erfahrbar machen kann.
Im Zentrum der Kooperation steht derzeit jedoch das „Erinnerungsprojekt“: Ein Theaterkurs des 12. Jahrgangs entwickelt bis zum Sommer eine eigene Inszenierung rund um das Thema Erinnern – in Zusammenarbeit mit dem Mahnmal St. Nikolai. Den Auftakt bildete ein intensiver Schreibworkshop mit der Autorin Hatice Açıkgöz. Ausgehend von persönlichen Gegenständen entstanden dabei eindrucksvolle Texte über Erinnern, Vergessen und das Dazwischen. Ergänzt wurde die Arbeit durch einen Besuch des Mahnmals, das nach einer fachlichen Einführung durch Hendrik Stille auch spielerisch erkundet wurde. Ein Projekt, das zeigen soll: Erinnerung kann viele Formen annehmen – und Theater abseits der klassischen Bühne kann eine davon sein.
Foto: Nora Boldt

