monsun.theater & Matthias-Claudius-Gymnasium

Ein Streiflicht ist kein Flutlicht. Es erhellt nicht alles gleichzeitig, sondern hebt Konturen hervor, lässt Details glänzen und schenkt dem Dazwischen Raum. Genau so fühlte sich der Auftakt der diesjährigen TuSch-Staffel am Matthias-Claudius-Gymnasium an, den wir gemeinsam mit dem monsun.theater inszeniert haben. Unter dem Leitstern der „Begegnung“ trafen Welten aufeinander, die im Schulalltag oft durch Stockwerke und Pausenfhofgrenzen getrennt sind: Fünftklässler auf Achter, Neuntklässler auf die Oberstufe und diese auf mixedabled Theatergruppen wie „Szene2wei““ oder „Chorosom“.

Diese Begegnungen begann beispielsweise mit einem musikalischen Herzschlag: Knie lockern, rhythmisches Laufen, Hände reiben bis zur Wärme. Im Wechselspiel von Klatschen, Gehen und Stoppen entstand ein wortloses Einvernehmen. Ein Lächeln im Vorbeigehen, eine Minute stiller Blickkontakt – das Eis brach im Licht der Konzentration. In der Kreativphase bemalten die Schüler:innen mit geschlossenen Augen ihre „innere Litfaßsäule“, was den Raum mit Lachen und unsichtbaren Farben füllte.

In der Arbeit zwischen den unterschiedlichen Klassenstufen zeigten sich verblüffende Ähnlichkeiten in Temperament und Auftreten. Die Distanz der Schuljahre schrumpfte auf Armlänge. Später bewegten sich drei Reihen vielsprachig durch den Saal; auch wenn das Zuhören in der Dynamik manchmal schwerfiel. Besondere Höhepunkte waren die Begrüßungs-Choreografien der 8er-Gruppen, die teils mit spontanen Audioskripten bei geschlossenen Augen eine fast feierliche Stille erzeugten.

Zum Abschluss kehrte alles zum gemeinsamen Atemzug zurück. In der Stille wurde sichtbar, was das Projekt bewirkt hat: Zuvor stille Schüler:innen blühten auf, und ein einzelner Fünftklässler fand wie selbstverständlich seinen Platz in einer Gruppe von Achtern. „Es war, als ob eine Welle durch den Raum ging – mein bester Moment war, als wir uns einfach nur angesehen und verstanden haben.“ (Stimme aus dem Kurs)

Was bleibt, ist kein grelles Blitzlicht, sondern das warme Nachglühen neuer, positiver Kontakte. Die Begegnung hat den Schulalltag hell gestreift.