Hamburg Ballett & Louise Weiss Gymnasium

„Schule in Bewegung – Bewegung in Schule“ Das war schon nach dem ersten Koordinationstreffen unser TuSch-Motto. Wir – das waren zunächst Elisabeth Bell vom Hamburg Ballett und Johanna Kusche vom Louise Weiss Gymnasium (LWG). Rayana und Michelle aus der 6c (Profilklasse Theater) – unsere TuSch-Schüler*innenbeauftragten – kamen von diesem ersten TuSch-Koordinationtreffen mit einem selbst erstellten Magazin mit den klaren Wünschen nach „Mehr Party!“ „Mehr Bewegung!“ „Mehr Spaß!“.

Unter diesen Ausgangsvoraussetzungen entstand ein Konzept: die Bewegungspause. Die Schüler*innen der 6c drehten Werbevideos, um auch die SV und die Schulleitung von der Idee zu überzeugen, dass Bewegung mitten im Unterricht für viele Dinge förderlich sein kann: Konzentration, Gesundheit, Ausgleich zum langen Sitzen, Spaß, Gemeinschaftsgefühl und … dass dann die Schüler*innen, die sich melden, um auf Toilette zu gehen, um sich eine Bewegungs-Auszeit zu gönnen, nicht mehr raus gehen müssten.

Bis dahin wussten am Louise Weiss Gymnasium nur die Schulleitung, die 6c- Theaterprofilklasse und ein paar Kolleg*innen, was TuSch überhaupt ist und dass wir nun wieder TuSch-Schule für die nächsten drei Jahre sein werden. Also lud ich alle an Kultur und Bewegung interessierten Kolleg*innen ein zu Slush-Eis und kreativem Beisammensein ein, um zu überlegen, wie wir TuSch in die Aufmerksamkeit der gesamten Schule bekommen können.

Der Plan: Ein Kick-Off – damit die gesamte Schule sich fragt „Was ist eigentlich TuSch?“

Tanz, Kunst und Theater bewegen das LWG:

Unsere Kunst-Kollegin Jenny Götz hat mit Hilfe ihrer Schüler*innen das TuSch-Logo in Riesenformat – auf den Schulhof gezeichnet. Das Wetter hat (beim zweiten Versuch) mitgespielt, hat die Zeichnung nicht beregnet und verschwinden lassen, sondern sie mit Sonnenstrahlen beschienen. Am nächsten Tag haben wir in Absprache mit der Schulleitung einen Probefeueralarm durchgeführt, der alle Schüler*innen auf dem Schulhof versammelt hat. Anschließend ging es nicht zurück in die Klassenzimmer, sondern alle Schüler*innen konnten mitmachen, um das TuSch-LOGO mit Leben zu füllen. Musik und kleine Ansagen durch ein Fenster im obersten Klassenzimmer brachten alle Schüler*innen dazu, sich in den Buchstaben zu positionieren. Als alle da waren, wurden von allen vier Ecken Konfettikanonen gezündet und weckte das Partygefühl. Diese Aktion wurde aus dem dritten Stock gefilmt – die eigentlich geplante Drohne streikte leider – und in den nächsten Tagen auf den Flurbildschirmen des Louise Weiss Gymnasiums gezeigt. So wurde die Frage: „Was ist eigentlich TuSch?“ in Lauf gebracht.

Die neue Theaterprofilklasse – 5c – nahm die Idee „Buchstaben lebendig werden lassen“ auf und so entstanden tolle Fotos dieser Art: Im April wird sowohl das Kollegium auf einer Lehrerkonferenz als auch die Schülerschaft im Unterricht mit Bewegungspausen beglückt, die von Tänzer*innen des Hamburg Ballett angeleitet werden und wir setzten darauf, dass alle positiven Wirkungen aus dem Werbevideos der 6c wahr werden. Wir freuen uns schon auf die Aktion und die neuen Ideen, die sich daraus entwickeln werden.

Das LWG bewegt sich in die Welt des Tanzes und des Theaters:

Neben diesem Hauptstrang haben wir die Zeit genutzt, die Schule in Bewegung zu bringen und haben das Hamburg Ballett zu unterschiedlichen Anlässen besucht und so einen Einblick in die Welt des Tanzes bekommen.

In der Europaprojektwoche besuchte die Projektgruppe „Musik und Tanz“ von Martin Gunst und Ayfer Sengül das Ballettzentrum. Die Schüler*innen hatten die besondere Gelegenheit, einen ganz gewöhnlichen Tag im Leben der Tänzer*innen des Hamburg Ballett sowie der Schüler*innen der Ballettschule mitzuerleben und dabei authentische Einblicke in deren Alltag zu gewinnen. Doch Tanz nur zu beobachten und ihn selbst zu erleben, sind zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen. Umso wertvoller war es, dass die Schüler*innen auch praktisch erfahren konnten, wie es sich anfühlt, sich in einem Ballettsaal zu bewegen und Teil dieser Welt zu sein.

Mit drei Oberstufenkursen (11er Theaterkurs mit Frau Hurlebaus, 12er Theaterkurs mit Johanna Kusche und der 11er/12er Musikkurs mit Martin Gunst) besuchten wir die Generalprobe von der „Werkstatt der Kreativität“ im Ernst Deutsch Theater. Hier konnten die Schüler*innen einen Einblick in die Endproben im Theater bekommen. Sie konnten sehen, wie Lichttechnik, Musik, Bühnenbild und Tanz in Feinarbeit miteinander koordiniert werden, um bei der Premiere eine professionelle Show auf die Bühne zu bringen. Viele Schüler*innen, die im Internat der Ballettschule des Hamburg Ballett leben, sind vormittags Schüler*innen des Louise Weiss Gymnasiums. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass einige Schüler*innen im Publikum ihre ehemaligen Klassenkamerad*innen auf der Bühne erkannten und bekannte Namen hörten, deren Choreographien auf der Bühne präsentiert wurden. Diese persönliche Verbindung hat die Augen und die Herzen der Schüler*innen auf die Darstellungen auf der Bühne auf eine ganz besondere Art aufmerksam sein lassen.

Die TuSch-Partner*innenschaft vor einigen Jahren mit dem Fundus-Theater lebt auch noch weiter: Schüler*innen unserer Schule sind Teil der Theaterberater*innen im Fundus-Theater, einige Klassen haben den „Schönfühlsalon“ besucht und zwei IVK (internationale Vorbereitungsklassen) haben als Projekt in mehreren Tagen ein „Luftschloss“ gebaut.

Die Theaterkurse in Jahrgang 8 und 9 haben auch Theaterwelt geschnuppert bei einem Aufführungsbesuch von „Anybody Home“ im Jungen Schauspielhaus mit anschließendem Publikumsgespräch.

Wir freuen uns auf weitere Begegnungen zwischen Menschen aus Schule und Ballett/Theater und auf eine kreative und bewegte Zusammenarbeit.

Foto: Katharina Hurlebaus mit Schüler*innen der Theaterprofilklasse 5c